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Die Meinungen und Urteile über die Reformation und ihre Folgen sind vielfältig und variieren je nach eigener Tradition, Sozialisation und Position. Wer sich eine eigene Auffassung anhand der Lektüre der Schriften Luthers bilden möchte, wird durch diese Schriftenreihe angeregt, über die Texte, ihre Zeit, ihre Wirkung und heutige Bedeutung nachzudenken.

Die Herausgeber Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann haben namhafte Autorinnen und Autoren gewonnen, die allgemein verständlich in die Quellentexte einführen und Anstöße zum Weiterdenken in der persönlichen Lektüre sowie in Schule, Hochschule, Erwachsenenbildung und Gemeinde geben.

http://www.lutherverlag.de/Martin-Luther:::24.html?XTCsid=7g9d4fekvstfddtd91m3i7l002

Die Studienreihe Luther wird von der Evangelischen Kirche in Deutschland und von der Evangelischen Kirche in Westfalen gefördert.

Bisher sind 17 Bände erschienen:

Brakelmann, Günter: Luther. Daten und Fakten. Bielefeld 2014 (Studienreihe Luther 1, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann).

Mit dem ersten und grundlegenden Band "Luther. Daten und Fakten" eröffnet Günter Brakelmann die "Studienreihe Luther". Dargestellt werden die politische, ökonomische und gesellschaftliche Umwelt Luthers sowie die Kirche im damaligen feudalen und frühbürgerlichen System. In die Krisen und Fortschritte der Zeit des ausgehenden Mittelalters wird die Biografie des Reformators eingebettet. Chronologische Übersichten, Überlegungen zum Verstehen Luthers und weiterführende Literaturhinweise vervollständigen diesen Band als hilfreiches Angebot zum Einstieg in die Schriftenreihe und die eigenständige Lektüre ausgewählter Texte reformatorischer Theologie.

Brakelmann, Günter: Luther. Ethik des Politischen. Bielefeld 2014 (Studienreihe Luther 2, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann).

Mit dem Studienheft führt Brakelmann in Schriften Martin Luthers ein, die es bis heute wert sind, als Beitrag zur Orientierung in Fragen der Ethik des Politischen gelesen zu werden. "Eine treue Vermahnung Martini Luther zu allen Christen, sich zu hüten vor Aufruhr und Empörung" (1522) und "Von weltlicher Obrigkeit. Wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei" (1523) stehen für das Konzept der "Zwei-Reiche-Lehre", die Politik und Religion unterscheidet und aufeinander bezieht, um zu konkreten Problemlösungen anzuleiten. Die Auslegung des Psalms 101 (1535) veranschaulicht, wie Luther die Schrift als theologischer Ethiker des Politischen auslegt.

Siegert, Folker: Luther und das Recht. Mit einem Beitrag von Frieder Lötzsch. Bielefeld 2014 (Studienreihe Luther 3, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann).

Dieser Band führt ein in das Rechtsdenken Luthers und in seine seitherigen Auswirkungen. Einleitend wird Luthers Zwei-Reiche-Lehre erläutert, seine These von der Freiheit der Christen, sich selbst Dekaloge zu setzen, und generell seine Vorgaben für Ethik und Recht. Der Textteil ist eine sonst nicht erhältliche Auswahl von Äußerungen des Reformators, besonders aus seinen Tischreden. Die Frage der Gültigkeit des Mose-Gesetzes und überhaupt biblischer Verhaltensregeln für die heutige Christenheit, die hier eine sehr "evangelische" Antwort findet, wird in einem weiteren Beitrag, von Frieder Lötzsch verfasst, kontrastiert gegen die heute nur noch zu bedauernden politischen Entgleisungen Luthers in seinen Spätschriften gegen die Juden. Den Schluss bildet ein Hinweis auf alternative Antworten aus dem skandinavischen Luthertum.

Beuscher, Bernd: Luther. Reformation, Kommunikation, Medien. Bielefeld 2015 (Studienreihe Luther 4, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann).

Wir leben in religiös aufgewühlten Zeiten. Wer keine Ahnung von Religion hat, glaubt am Ende alles. Im Blick auf Religionskompetenz sollte darum der gleiche stolze Mindestanspruch gelten wie im Blick auf unsere Medienkonsumkompetenz: "Ich bin doch nicht blöd!" Hinsichtlich der multikulturellen und multimedialen Bedingungen der Gegenwart ist Martin Luther längst nicht mehr nur für die Christenheit "ein äußerst wichtiger Partner" (Sören Kierkegaard). An ihm wird exemplarisch und plastisch konkret, was es bedeutet, theologisch aufgeklärt zu sein. So zeigt der vorliegende Band, wie der Reformator die Medien seiner Zeit zu nutzen wusste und wie er mit Sprache umging - immer im Brückenschlag zur aktuellen Zeit. Luther! Nie war er so wertvoll wie heute!

Zilleßen, Dietrich: Tischgesellschaft. Bei Brot und Wein. Bielefeld 2015 (Studienreihe Luther 5, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann).

Tischgesellschaft hat heute einen hohen Stellenwert. Nicht zuletzt gilt sie als Paradigma gemeinschaftlichen Lebens. Alle an einen Tisch? Das Abendmahl wird an Erfahrungen mit Tischgemeinschaft angeschlossen. An Erfahrungen, die durchaus ambivalent sind. Was hängt alles mit dem Thema Abendmahl zusammen? Das kulturelle Gedächtnis ist voll mit Bildern, mit religiösen und profanen Erinnerungen, komplex und bunt. Der Rekurs zu den Anfängen protestantischer Glaubensgeschichte bringt Leser und Leserinnen zur Auseinandersetzung mit sich selbst, mit dem eigenen Glauben und den eigenen Zweifeln. Im Abendmahlsstreit, bei dem es zu Luthers Zeit (nicht nur) theologisch um alles oder nichts ging, zeigen sich Fragen, die wir nicht vergessen dürfen. Fragen, in denen Religion sich als offener Blick auf die Welt darstellt. Tischgemeinschaft bei Brot und Wein. Einfach selbstverständlich. Einfach menschlich. Kultisches oder unkultisches Mahl, die Realität von Brot und Wein ist mehr als Brot und Wein. Wie stehen wir zu Luther?

Link, Christian: Calvin. Reformator Westeuropas. Bielefeld 2016 (Studienreihe Luther 6, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann).

Calvin (1509-1564), gut 25 Jahre jünger als Luther, gehört zur zweiten Generation der Reformatoren. Zwar waren in Frankreich Teile des Adels und der höheren Beamtenschaft aufgeschlossen für seine zunächst an Luther orientierten Reformationsbemühungen. Doch die besondere Situation, in der er als Reformator zu wirken hatte, ist durch den Riss im Protestantismus, versursacht durch den Abendmahlsstreit und die beginnende Gegenreformation, bestimmt. Als Ökumeniker versuchte er die auseinanderstrebenden Kräfte noch einmal zu bündeln.

Raiser, Konrad: 500 Jahre Reformation weltweit. Bielefeld (Studienreihe Luther 7, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann).

Der reformatorische Impuls, der 1517 von Luther und von Wittenberg ausging, war und blieb nicht einzigartig. Es gab wichtige reformatorische Ansätze in der mittelalterlichen Kirche vor Luther, und neben Wittenberg wurden Zürich und Genf zu eigenständigen Zentren der Reformation. Bei der Spurensuche nach der globalen Präsenz der reformatorischen Tradition im Kontext der Weltchristenheit heute fällt der Blick auf die Wirkung reformatorischer Positionen in der weltweiten ökumenischen Bewegung. Gleichzeitig fordert die pfingstlich-charismatische Bewegung zur kritischen Auseinandersetzung heraus. Der Überblick schließt mit Überlegungen zu der Frage, ob und wie sich der reformatorische Protestantismus in der einen Welt erneut als Kraft kultureller Transformation erweisen könnte.

Brakelmann, Günter: Müntzer und Luther. Bielefeld 2016 (Studienreihe Luther 8, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann).

Wenn es in der Forschung und im Geschichtsbewusstsein deutscher Generationen seit dem Bauernkrieg bis heute hart ausgefochtene Kontroversen gibt, dann bei dem Thema "Müntzer und Luther". In der Regel ergriff man je nach eigener politischer Auffassung Partei für den einen oder den anderen. Hier wird der Versuch gemacht, quellenorientiert das in der Tat nicht einfache Verhältnis der beiden reformatorischen Mitstreiter und dann der beiden entschiedenen Gegner im Kontext des Bauernkrieges zu rekonstruieren. Wie man ihr Verhältnis zueinander auch werten mag, es bleibt eine Tragik mit weitreichenden Folgen für die deutsche Kirchen- und Nationalgeschichte.

Jacobi, Thorsten: Zwanglos leben. Luthers Einspruch gegen die Gebotsreligion. Bielefeld 2016 (Studienreihe Luther 9, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann).

In der Öffentlichkeit ist viel über die dunklen Seiten des Reformators debattiert worden. Dieses Buch zeigt an der "Freiheit eines Christenmenschen" auf, was Kirche und Gesellschaft dem Theologen Luther bis heute verdanken. Luthers Einspruch gegen eine gebotsreligiöse Ausrichtung des Glaubens lässt die lebenspraktischen Dimensionen erkennen, die der Freiheitsgedanke aufweist. Anhand einschlägiger Texte wird seiner Entstehung nachgegangen und ein Teils seiner Wirkungsgeschichte aufgezeigt. Aktuelle Beispiele aus der Medizinethik, der Gegenwartsphilosophie, der Soziologie und dem interreligiösen Dialog machen deutlich, dass die Rede von der christlichen Freiheit weit über den Bereich christlicher Verkündigung hinaus von Bedeutung ist.

Plaß, Heike, Luther. Wer wettert am originellsten? Bielefeld 2016 (Studienreihe Luther 10, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann)

"Ausgelaufene Apostaten", "unverschämter Eselskopf", "grober Hempel", "Stinkeloch" - solche und ähnliche Artigkeiten prägen zahlreiche Texte von Flugschriften und -blättern der Reformationszeit. Mit ihnen haben zunächst die protestantische, nachfolgend nicht minder virtuos die katholische Seite munter gegeneinander polemisiert, gewettert und gestritten. Papstkirche, Klerus und monastischer Stand sowie die "neuen" Protestanten mussten in diesem Wettstreit viel einstecken. Nicht nur in deftigen Worten, sondern ebenso in karikaturistisch satirischen Bildern ging es zur Sache. Was geschah mit der Kunst, als sie plötzlich aus ihrer kleirkalen Schutzzone heraustrat und weltlicher wurde? Doch nicht nur die Kunst- und Kirchengeschichte, sondern auch und vor allem die gesamte Mentalitäts-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte mussten in dieser Zeit in Teilen neu geschrieben werden. Luther war in ein funktionierendes System eingebrochen, hatte das jahrhundertealte Heilswesen Kirche durcheinander gebracht. Dazu Krisen, Chaos, Endzeit, Naturwunder, revolutionäre Neuerungen, die Erde - eine Kugel... all dies fand eine zeitgemäße Umsetzung in Wort und Bild, oft auf eine Art und Weise, wie sie in unserer heutigen Gesellschaft kaum vorstellbar wäre. Oder doch?

Benedict, Hans-Jürgen, Reformation und Denkfreiheit. Geistreiche Religionskritik von Heine bis Brecht. Bielefeld 2017 (Studienreihe Luther 11, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann) ISBN 978-3-7858-0694-4.

Luthers Wiederentdeckung der Bibel und der Gnadentheologie bewirkte, dass die Religion noch einmal die treibende Kraft in den politischen Auseinandersetzungen des 16. und 17. Jahrhunderts wurde. Zugleich kam mit der reformation eine neue Denkfreiheit, die es erlaubte, Glaubensinhalte distanziert zu hinterfragen, Religiös-Ernstes heiter und kritisch zu betrachten. Eine Möglichkeit, Glaube und Ironie konstruktiv zu verbinden, findet sich zuerst bei Heinrich Heine, der gemeinhin nur als spöttischer Kritiker des Christentums gilt. Ergänzt wird Heine durch Eduard Möricke, Wilhelm Busch, Berthold Brecht sowie Gustave Flaubert. Literarisch interessierte Christen, die Freude an einem ironisch-kritischen Umgang mit der christlichen Tradition haben, kommen mit diesen Essays voll auf ihre Kosten.

Beutel, Albrecht / Wiggermann, Uta, Luther. Reformatorische Hauptschriften des Jahres 1520, Bielefeld 2016 (Studienreihe Luther 12, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann) ISBN 978-3-78580712-5.

Kurz vor seiner Exkommunikation durch die römische Kirche hat Martin Luther mehrere reformatorische Hauptschriften verfasst. Darin entwirft er eine Grundlegung der christlichen Ethik ("Von den guten Werken"), ein umfassendes kirchlich-theologisches Reformprogramm ("An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung") sowie eine evangelische Sakramentenlehre ("Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche"). Diese zentralen Texte werden in dem vorliegenden Band eingehend dargestellt und behutsam interpretiert. Eine "Historische Einleitung" macht mit der Vorgeschichte und Situation des protestantischen Schicksalsjahres 1520 vertraut.

Brakelmann, Günter, Das Lutherjahr 1883, Bielefeld 2017 (Studienreihe Luther 14, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann) Bielefeld 2017, ISBN 978-3-7858-0713-2.

Das Lutherjubiläum 1883, das als großes protestantisches Fest gefeiert wurde, fiel in eine innenpolitisch bewegte Zeit. Für viele stand "Luther der Deutsche" im Vordergrund des Interesses mit seinen Folgewirkungen für die Entwicklung der deutschen Nation bis zum protestantischen Kaiserreich, für andere stand im Zentrum des Interesses "Luther der Theologe". Es ergibt sich im Ganzen ein buntes Bild bei den Hunderten Veröffentlichungen über Luther und bei den Tausenden von öffentlichen Reden über ihn. Dieser Band bietet eine kommentierte repräsentative Auswahl daraus.

Ehmann, Johannes, Luther und die Türken (Studienreihe Luther 15, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann) Bielefeld 2017, ISBN978-3-7858-0715-6.

Luther ist aktuell. Gerade sein Verhältnis zu den Türken und zum Islam seiner Zeit bedarf jedoch der historischen Analyse, bevor die Aktualität seiner Theologie behauptet oder auch bestritten wird. Die Darstellung versucht, eine Glorifizierung oder Verteufelung Luthers zu vermeiden. Historisch geht es um die Frage: Was hat Luther vom Islam wissen können? Theologisch geht es darum: Welche Fragen sind im Gespräch zwischen Christen und Muslimen gestellt?

Brakelmann, Günter, Lutherfeiern im Epochenjahr 2017 (Studienreihe Luther 16, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann), Bielefeld 2017, ISBN 978-3-7858-0716-3.

1917 ist ein Epochenjahr für die deutsche, die europäische und für die Weltgeschichte. Die Frage ist: Wie gehen die Kirche und der Protestantismus in diesem Jahr mit dem Reformator um? Stilisiert man ihn nur als Vorkämpfer für den Sieg der deutschen Waffen oder lässt man sich seine theologische Botschaft neu sagen für das Verstehen und die Bewältigung der eigenen Zeit? Der Durchgang durch das Jahr 1917 zeigt, wie zerrissen der Protestantismus politisch und geistig ist und wie verschieden die Rezeption Luthers in den verschiedenen Lagern ist. Die Auseinandersetzung um die richtige Lutherdeutung bestimmt entscheidend die Kirchen- und Theologiegeschichte bis 1945.

Jähnichen, Traugott / Maaser, Wolfgang, Die Ethik Martin Luthers (Studienreihe Luther 17, herausgegeben von Dieter Beese, Günter Brakelmann und Arno Lohmann), Bielefeld 2017, ISBN 978-3-7858-0717-0.

Der evangelische Glaube soll sich im Alltag der Welt bewähren. Dieser Band zeigt, dass sich die Grundstruktur, die Umrisse und die Arbeitsweise der Ethik Luthers deutlich konturieren und exemplarisch auf heutige ethische Diskurse anwenden lassen. Luthers Ethik ist als "inventionale Ethik" zu verstehen, die aus ihrem religiösen Selbstverständnis heraus schöpferisch mit vorgegebenen Normen umgeht wie auch neue Normen entwickelt.